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Schweizermeisterschaft Sportrodeln 2023 abgesagt

Guten Morgen aus dem Wallis! Ende Februar jagt eine schlechte Nachricht die nächste. Ich habe heute Morgen eine letzte Kontrolle der SM Piste gemacht und was ich schon seit einer Woche vermutet habe hat sich bestätigt: die Bahn ist nicht mehr für Rennen geeignet und da sie sich bis Anfang März nur noch verschlechtern kann, wird die SCHEIZERMEISTERSCHAFT IN ANZÈRE ABGESAGT  (dies ist das dritte Mal, nach zwei Mal wegen des Covid, diesmal wegen der Schneeebedingungen). Der WSLT wünscht Ihnen einen schönen Winterausklang mit oder ohne Rennen/Schnee ! Thierry Amrein (21.FEB.2023).

FIL Weltcup: Finale in Umhausen

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Rennbericht FIL Weltcup Umhausen 18./19. Februar 2023

21-FEB-2023 – Michael Ammann

In Umhausen im Ötztal, Tirol, wurde die FIL-Naturbahnrodel-Saison mit einem Weltcup-Doppelrennen abgeschlossen. Die Strecke Grantau ist ein weiterer Klassiker in der Rennrodel-Szene. Sie wird von den Athleten als extrem technisch und schwierig beschrieben. Für Einsteiger ist sie auf jeden Fall nicht geeignet. Sie weist sehr viele Schwünge und Kehren auf, die präzises Bremsen erforderlich machen. Aufgrund ihrer Beschaffenheit ist sie sehr wellig. Eine weitere Besonderheit ist, dass es nicht wirklich eine Ideallinie zu geben scheint, da sehr viele unterschiedliche Fahrstile in ähnlichen Laufzeiten resultieren können. Der hohe Grad an Abwechslung zwischen schnellen und technischen Passagen macht sie zu einer der attraktivsten Strecken im Weltcup.

Wie immer begann das Rennwochenende mit Trainingsläufen, die an zwei Tagen, Donnerstag und Freitag, durchgeführt wurden. Dabei sorgte Stefan Federer vom SRC Grindelwald für eine Schweizer Überraschung. Beim zweiten Training gelang ihm, bedingt durch die hohen Temperaturen und die frühe Startnummer, ein Exploit. Er fuhr auf den 2. Platz und musste sich lediglich dem Hausherrn der Grantau, Thomas Kammerlander, geschlagen geben. 

Wegen ebenjenen hohen Temperaturen wurde das Programm am Samstag gestrafft, da die Strecke mit jedem Fahrer in Mitleidenschaft gezogen wurde. So wurde der Bewerb mit nur einem einzigen Lauf pro Kategorie durchgeführt. Das Abendrennen bei stark aufgeweichter Strecke gewann der Lokalmatador Thomas Kammerlander vor dem Italiener Florian Clara und dessen Landsmann, dem Junior Fabian Brunner. Die beiden Athleten vom SRC Grindelwald, Stefan Federer und Jérôme Almer, belegten die guten Ränge 6 und 11. Federer behauptet von sich, eine Podestchance vergeben zu haben. Bei den Damen gewann die Favoritin, die Italienerin Evelin Lanthaler, vor ihrer Landsfrau Greta Pinggera und der Österreicherin Tina Unterberger.  

Am Sonntag wiederum beharrten die Organisatoren darauf, gemäss dem vorgesehenen Programm zu fahren. Das sonnige Wetter bescherte dem Ötztal Temperaturen von 12 Grad im Schatten. Die Strecke war dementsprechend matschig, wellig und wies mit der Zeit tiefe Furchen auf. Dass sie trotzdem befahrbar blieb, hatte man den Helfern zu verdanken. 

Stefan Federer hatte schon seit Januar mit Rückenproblemen zu kämpfen und sah sich deswegen nicht imstande, am Abschlussrennen teilzunehmen.  Jérôme Almer blieb der einzige Teilnehmer des SRCG und beendete das Rennen auf dem 15. Rang. Bei den Herren war Thomas Kammerlander abermals nicht zu schlagen. Er setzte sich relativ knapp vor den Italiener Patrick Pigneter und wiederum recht deutlich vor dessen Landsmann und amtierenden Weltmeister Alex Gruber. Bei den Damen blieb fast alles wie gehabt, mit dem einzigen Unterschied, dass sich Tina Unterberger dieses Mal vor Greta Pinggera setzen konnte.

Besonders erfreulich aus Schweizer Sicht ist Jérôme Almers 9. Schlussrang nach Punkten in der Gesamtweltcup-Wertung, auch wenn Federer seinen angestrebten Top-Ten-Rang dem Italiener Daniel Gruber vermachen musste und auf dem 11. Platz landete. Somit hat das Schweizer Rennrodel-Team ein wichtiges Ziel, das es sich gesteckt hat, erfüllt. Nicht zuletzt belegt Team Schweiz in der Nationenwertung den guten 5. Rang hinter den Deutschen, den Slowenen, den Österreichern und den Italienern. Dies ist ein Meilenstein für Swiss Sliding: Die Saison 2022/2023 war die bisher erfolgreichste der Sparte Rodeln auf Natureisbahn. 

Den Gesamtweltcup bei den Herren holte sich Thomas Kammerlander vor dem Italiener Alex Gruber und dem Österreicher Michael Scheikl. Bei den Damen ergatterte Evelin Lanthaler vor Tina Unterberger und Greta Pinggera den grossen Pokal, wenn die Punktedifferenz zwischen Pinggera und Unterberger auch sehr gering war. Lanthaler hat von sechs Rennen alle gewonnen.

Das Schweizer Team aus Grindelwald kann mit der Saison zufrieden sein. Angesichts der Umstände (Federers Rückenbeschwerden) wurden gute Ergebnisse erzielt. Die Zusammenarbeit zwischen Federer und Almer war äusserst fruchtbar. Federer, der auf eine lange Karriere zurückblicken kann, fungierte als eine Art Mentor für Almer. Die beiden verbrachten etliche Stunden damit, die Schienen zu präparieren und dabei auch zu experimentieren. Das Material war denn auch in den meisten Fällen gut abgestimmt. Federer ist auch in Zukunft gewillt, sein Wissen weiterzugeben und selber aus Erfahrungen zu lernen. Für die nächste Saison wird man eine noch feinere Materialabstimmungen und weitere Top-Ten-Ergebnisse ins Auge zu fassen. 

Drei ganz Grosse des Rodelrennsports haben an diesem Wochenende ihre Karriere beendet, namentlich Greta Pinggera und Alex Gruber aus dem Südtirol sowie der Dominator der Grantau, Thomas Kammerlander. Sie wurden unter tosendem Applaus und mit vielen Geschenken verabschiedet. Die internationale Rodelfamilie wird sich noch lange an diese Ausnahmeathleten erinnern und sie sich zum Vorbild nehmen. 

Platz 7 für Stefan Federer an der FIL WM in Deutschnofen

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Rennbericht FIL Weltmeisterschaften Deutschnofen 11./12. Februar 2023

14-FEB-2023 – Michael Ammann

Der Traditionsverein ASV Deutschnofen im Südtirol hat nach 2013 zum zweiten Mal eine Weltmeisterschaft im Naturbahnrodeln ausgetragen. Deutschnofen ist ein Klassiker im Rodel-Rennzirkus und ist fester Bestandteil des alljährlichen Weltcups. Tatsächlich fanden bereits zwei Wochen zuvor Weltcuprennen dort statt, und da Vatra Dornei in Rumänien, wo die Weltmeisterschaften ursprünglich hätte stattfinden sollen, mit Schneemangel zu kämpfen hatte, wurde kurzerhand entschieden, die Infrastruktur stehen zu lassen und die WM dem Südtirol zu übergeben. Anders als zwei Wochen zuvor konnte sich Stefan Federer vom SRC Grindelwald trotz Rückenproblemen dazu überwinden, nun doch teilzunehmen. Somit war der SRCG zweimal an dieser WM vertreten, denn auch Jérôme Almer aus Wilderswil, der Ende Januar seinen ersten Top-Ten-Platz in Deutschnofen herausfahren konnte, war mit Ambitionen angereist. 

Die Athleten beschreiben die Strecke als «Mutprobe». Sie ist mit anderen Worten auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt und hat schnelle Schikanen, Ecken und Wechsel. Zugleich ist sie technisch sehr anspruchsvoll. Die Zielkurve und die Kombination «Pfösl-S» sind zwei Schlüsselstellen, die keine Fehler verzeihen und schon den einen oder anderen Rennfahrer in die Bande geschickt haben.

Das Rennen der Herren wurde über drei Rennläufe an zwei Renntagen ausgetragen. Almer hat gegenüber dem Training am Freitag Fortschritte gemacht, war am Samstag aber noch nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung. Stefan Federer hingegen hat angesichts der Umstände sein Maximum herausgeholt. Nach dem ersten Rennlauf am Samstag belegte Federer den 7., Almer den 13. Rang. Nach zwei weiteren Rennläufen am Sonntag konnte Federer seinen 7. Platz verteidigen, Almer hingegen fiel um einen Platz auf den 14. zurück. Er musste sich nach einem Zweikampf dem Slowenen Vid Kralj geschlagen geben. Immerhin können die Schweizer zum ersten Mal an einer WM zwei Top-15-Plätze ausweisen.

Der Kampf um den Weltmeistertitel war extrem eng und wurde zwischen den Italienern Alex Gruber, Patrick Pigneter und den Österreichern Thomas Kammerlander und Michael Scheikl ausgetragen. Pigneter führte am Samstag noch, fiel am Sonntag mit Materialproblemen jedoch auf den etwas undankbaren vierten Platz zurück. Alex Gruber, der am Samstag noch Zweiter war, gewann die Weltmeisterschaft und distanzierte sich mit drei Zehnteln von Michael Scheikl, der sich vom 4. auf den 2. Platz vorarbeitete. Thomas Kammerlander wurde mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand auf Scheikl Dritter. 

Bei den Damen gewann, wie zu erwarten war, die Italienerin Eveline Lanthaler vor ihrer Landsfrau Greta Pinggera und der Österreicherin Tina Unterberger. 

Die Naturbahnrodel-Saison wird bereits am kommenden Wochenende in Umhausen im Tirol abgeschlossen. Man wird sehen, wie sich der dortige Hausherr und Favorit Thomas Kammerlander schlagen wird. 

Erstes Top-Ten-Ergebnis für Jérome Almer

Rennbericht FIL Weltcuprennen Deutschnofen 27. bis 29. Januar 2023

31-JAN-2023 – Michael Ammann

Der Traditionsverein ASV Deutschnofen im Südtirol hat vom 27. bis 29. Januar den vierten Bewerb des FIL Naturbahnrodel-Weltcups ausgetragen. Die Strecke ist schneller und mit ihren abrupten Wechseln auch etwas anspruchsvoller als jene in Jaufental, wo zwei Wochen zuvor das letzte Rennen stattfand. Mit von der Partie war Jérôme Almer vom SRC Grindelwald. Der Südtiroler Stefan Federer, der ebenfalls für Swiss Sliding startet, konnte leider aufgrund von Rückenbeschwerden nicht teilnehmen, stand Almer jedoch als Trainer und Servicemann für die Materialpräparation zur Verfügung. Dies hat sich denn auch bezahlt gemacht: Almer erreichte zum ersten Mal diese Saison einen Top-Ten-Platz und wurde Neunter. Shohei Tanaka, der Japaner, der ebenfalls für die Schweiz startet, fuhr auf Platz 17.

Das Rennen gewannen die beiden Italiener Patrick Pigneter und Alex Gruber vor dem Österreicher Thomas Kammerlander. Auch bei den Damen gewann eine Italienerin: Evelin Lanthaler aus dem Südtirol gewann vor der Österreicherin Tina Unterberger und Greta Pinggera, ebenfalls eine Südtirolerin. Den Doppelsitzerbewerb gewann das Duo Patrick Pigneter/Florian Clara aus Italien vor ihren Landsmännern Patrick und Matthias Lambacher und den Slowaken Peter und Dominik Neupauer.

Überschattet wurde das Rennen von einigen Abflügen und Unfällen; so wird der Südtiroler Mathias Troger die Saison vorzeitig beenden müssen. Er wurde mit einer Beinverletzung, die er sich während des Doppelsitzer-Rennens zugezogen hatte, mit dem Helikopter ins Spital in Bozen geflogen.

In der Weltcup-Zwischenwertung belegt Jérôme Almer den 10. Platz, knapp hinter Stefan Federer auf Platz 9. Möglicherweise wird Federer beim Doppelrennen in Umhausen im Februar wieder teilnehmen können, sodass der Schweizer Zweikampf lanciert ist.

Der FIL-Delegierte aus Rumänien, wo die Naturbahnrodel-Weltmeisterschaft ursprünglich hätte stattfinden sollen, gab bekannt, dass man diese wegen schlechter Bedingungen hat absagen müssen. Stattdessen hat sich Deutschnofen dankenswerterweise bereiterklärt, die WM am Wochenende des 10. bis 12. Februar auszurichten.

 
Zweimal ein Top-Ten-Platz
Foto © Miriam Jennewein, Instagram: photolove_official_wedding, photolove-official.at
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 Rennbericht FIL Weltcuprennen Jaufental vom 14./15. Januar 2023

17-JAN-2023 – Michael Ammann

Jaufental bei Sterzing im Südtirol war vergangenes Wochenende Austragungsort eines Naturbahnrodel-Weltcup-Doppelrennens. Das Rennen in Mariazell, das eine Woche zuvor aufgrund schlechter Bedingungen abgesagt werden musste, wurde in Jaufental nachgeholt. Die Strecke «Tonnerboden» diente zum ersten Mal als Austragungsstätte von Weltcuprennen. Sie weist ein im Vergleich zu anderen Strecken relativ geringes Gefälle auf, weswegen nicht allzu hohe Geschwindigkeiten erreicht werden. Die kleine Schweizer Delegation ist international aufgestellt, da neben dem Grindelwalder Jérôme Almer auch Stefan Federer aus dem Südtirol und Shohei Tanaka aus Japan für Swiss Sliding starten. Insgesamt nahmen Athletinnen und Athleten aus elf Nationen am Wettbewerb teil. Der Donnerstag und Freitag war jeweils für Einsitzer-Trainings reserviert, da nur teilnahmeberechtigt ist, wer mindestens einen Trainingslauf absolviert hat. Stefan Federer, ein Routinier im Weltcup-Zirkus, plagten Rückenschmerzen, sodass er zwei Tage lang zwecks Therapie eine Auszeit nehmen musste. Am ersten Renntag gestattete man ihm jedoch, einen Trainingslauf nachzuholen. Federer ist das Zugpferd des Schweizer Teams, da er viel Erfahrung mitbringt und seinem Schützling Jérôme Almer wertvolle Tipps auf den Weg mitgeben kann. Vor allen Dingen ist er ein Experte in Sachen Materialpräparation und wendet stets viel Zeit auf, um die Schienen zu schleifen, zu schärfen und den Bedingungen des jeweiligen Renntags anzupassen. 

Zu den Ergebnissen: Jérôme Almer touchierte beim ersten Lauf während des Nachtrennens am Samstag dreimal die Bande und war entsprechend konsterniert. Grund hierfür war möglicherweise eine nicht ganz optimale Materialabstimmung. Ausserdem machen unterschiedliche Eistemperaturen leichte Anpassungen im Fahrstil erforderlich. Er konnte seine unruhige erste Fahrt beim zweiten Lauf wieder wettmachen und touchierte nur noch einmal die Bande. Er belegte schliesslich den 14. Rang und blieb etwas hinter seinen Erwartungen zurück. 

Stefan Federer hatte mehr Glück. Ihm gelangen trotz Rückenbeschwerden zwei solide Rennläufe, sodass er den Abend auf dem 8. Platz beendete. Das «Night Race» gewann der Italiener Alex Gruber vor dem Österreicher Michael Scheikl und dem Italiener Florian Clara. 

Am Sonntagvormittag fand das zweite Rennen statt. Almer konnte die Fahrfehler vom Vorabend wiedergutmachen und absolvierte die Strecke ohne gröbere Bandenkontakte. Dementsprechend konnte er sich um zwei Ränge verbessern und belegte Platz 12 im Mittelfeld. Federer hingegen konnte seinen 8. Platz nicht ganz verteidigen und beendete das Rennwochenende auf Platz 9. Shohei Tanaka fuhr an beiden Renntagen auf den 23. Platz. Am Sonntag gewann der Österreicher Thomas Kammerlander vor dem Sieger des Vorabends Alex Gruber und dessen Landsmann Fabian Brunner. Die Weltcupserie wird Ende Januar in Deutschnofen im Südtirol fortgesetzt.

Starke Grindelwalder am Weltcup-Auftakt

28-DEZ-2022 – Albert Almer

Am Wochenende des 16. bis 18. Dezember fanden in Obdach in der Steiermark die ersten zwei Weltcuprennen der Naturbahnrodler statt. Für die Schweiz starteten Stefan Federer, ein Südtiroler, der nun für den Schlittel- und Rodelclub Grindelwald fährt, und sein Teamkollege Jérôme Almer. Nach einer schwierigen vergangenen Saison erhofften sich die beiden einen gelungenen Einstieg in den neuen Winter. Schon beim Auftaktrennen konnte sich Federer sein erstes Top-10-Ergebnis sichern und erreichte Rang acht. Almer klassierte sich dahinter auf Rang fünfzehn. Mit diesen Ergebnissen qualifizierten sich die Grindelwalder für das anschliessende Verfolgerrennen, bei welchem zwei Athleten gegeneinander antreten und um den Einzug in die nächste Runde fahren. Sowohl Federer als auch Almer überstanden die erste Runde, mussten sich danach jedoch starken Österreichern geschlagen geben. Schliesslich klassierte sich Federer auf Rang neun und Almer auf Rang dreizehn. Das Auftaktrennen gewann der Österreicher Thomas Kammerlander vor seinem Landsmann Michael Scheikl. Scheikl wiederum gewann das Verfolgerrennen vor dem Italiener Alex Gruber. 

Die beiden Schweizer sammelten wichtige Weltcuppunkte. Nun gilt es, über die Festtage zu trainieren, um für die nächsten Rennen im Januar bereit zu sein.

Internationaler Rollenrodel Cup 2022 - Obdach

Rennbericht Rollenrodeln Obdach 10./11. September 2022

12-SEP-2022 – Michael Ammann

Ein Team von sechs Grindelwalder Rodlerinnen und Rodlern hat die zehnstündige Reise auf sich genommen, um am finalen Doppelrennen des Austria Rollenrodel-Cups in Obdach in der Steiermark teilzunehmen. Die stets unsichere Wetterlage gehört zu den Eigenheiten der «Region Zirbenland»; zu irgendeinem Zeitpunkt hat es während des Rennwochenendes noch immer geregnet, glücklicherweise aber immer erst nach dem Ende des Rennens. Nördlich von Obdach befindet sich übrigens die Formel-1-Strecke Zeltweg/Spielberg.
Als erstes musste auf Wunsch des Schweizer Teams die Startrampe, die sich auf einem Anhänger befand, tiefergelegt werden, um Schäden am Rodel zu vermeiden. Zu diesem Zweck wurden kurzerhand die Räder des Anhängers entfernt. Für beide Renntage wurde Regen am Nachmittag vorhergesagt, woraufhin die Rennleitung entschied, die Rennläufe möglichst zügig, mit kurzem Startintervall und ohne lange Unterbrechung durchzuführen. Die Strecke umfasst zwei Rechts- und zwei Linkskurven sowie zwei längere Speed-Passagen. Da die Strasse nach dem Start nur ein geringes Gefälle aufweist, war eine lang anhaltende Paddelbewegung erforderlich, um Geschwindigkeit aufzunehmen oder, besser gesagt, keine Zeit zu verlieren.
Wie immer begann das Rennen mit dem Doppelsitzerbewerb. Albert Steffen vom SRC Grindelwald konnte dieses Mal auf seinen Partner Jérôme Almer zurückgreifen. Die beiden erreichten an beiden Renntagen den zweiten Platz hinter den Favoriten aus Tirol, Fabian und Simon Achenrainer. Es folgte der Einsitzerbewerb und auch hier konnten die Grindelwalder reüssieren: Seline Wyss, die Tochter von Albert Steffen, wurde an beiden Renntagen vor der Tirolerin Alina Schaffenrath Erste in der Kategorie «Jugend II weiblich». Albert Steffen hatte am Samstag Pech: Das Lager einer Rolle blockierte, sodass er seine Fahrtrichtung öfters korrigieren musste und nicht voll auf Angriff fahren konnte. Er wurde in der Masterkategorie lediglich Dritter hinter den Österreichern Markus Trieb und Johann Grasch. Am Sonntag hatte er wiederum mehr Glück und gewann die Masterkategorie vor Trieb und Grasch. Über alle Kategorien belegte er sogar den zweiten Platz. Jérôme Almer glänzte an diesem Wochenende in der Alterskategorie «Herren allgemein». Er wurde zweimal Zweiter hinter dem Überflieger Fabian Achenrainer. Schnellste Dame war an beiden Renntagen Lisa Walch, die für den WSV Unterammergau in Deutschland startet.
In der Cup-Schlusswertung der Kategorie «Jugend weiblich» belegte Seline Wyss den zweiten Rang hinter Alina Schaffenrath vom SV Ried im Oberinntal. Albert Steffen gewann die Masterklasse in der Endabrechnung und belegte den vierten Cup-Schlussrang über alle Kategorien. Jérôme Almer wurde über alle Kategorien Cup-Siebter. In der Cup-Klassenwertung belegte Michael Ammann den Vierten Schlussrang in der Masterklasse und Daniel Moser den dritten Schlussrang in der Klasse «Herren allgemein». Aimee Moat aus Reichenbach im Kiental, die in Obdach nicht am Start war, belegte den zweiten Schlussrang hinter Lisa Walch in der allgemeinen Damenklasse. Chantal von Allmen wurde Vierte bei den Juniorinnen. Und obwohl Albert Steffen immer wieder seine Doppelsitzerpartner wechseln musste, konnte er gemeinsam mit Aimee Moat den dritten Platz in der Doppelsitzer-Schlussabrechnung ergattern.
Cup-Gesamtsieger nach sechs Rennen, von denen er jedes gewann, wurde Fabian Achenrainer vor dem Südtiroler Fabian Brunner und dem Tiroler Andreas Födinger.

Rollenrodel EM 2022 in Unterammergau (02.09. bis 04.09.2022)

Rennbericht zur Europameisterschaft 2022 im Rollenrodeln

06-SEP-2022 – Michael Ammann
 

Die Ortschaft Oberammergau im Süden Bayerns ist berühmt für ihre Passionsspiele, der Nachbarort Unterammergau hingegen für seine Rodelrennen im Winter. Weil der dortige Rodelclub wächst und mittlerweile eine stattliche Anzahl an jungen Rodlerinnen und Rodlern beheimatet, durfte er die diesjährige Rollenrodel-EM der International Sledge Sports Union ISSU ausrichten. Die Zufahrtsstrasse zur Winter-Naturbahnstrecke diente als Rennstrecke und war frisch asphaltiert. Dadurch hatte sie die Eigenschaft, aussergewöhnlich griffig zu sein. Sie ist über einen Kilometer lang und umfasst eine grosse Rechts-, eine grosse Links-Doppelkurve sowie mehrere Schlangenkurven, die in sehr hohem Tempo genommen werden können. Überhaupt wurden Durchschnittsgeschwindigkeiten von knapp über 65 Stundenkilometern erreicht, mit Spitzen von knapp unter 90 km/h.
Die kleine Grindelwalder Delegation von vier Athletinnen und Athleten wurde durch die Rodelfreunde aus Geuensee verstärkt, sodass die Schweiz neun Rennfahrer stellte. Insgesamt waren Rennläuferinnen und Rennläufer aus acht Nationen am Start, wovon die jüngste, Viktoria Wichan aus Unterammergau, gerade einmal fünf Jahre alt war. Der Freitag war für Trainingsläufe reserviert, die die Sportler dazu nutzten, die Strecke kennenzulernen und sich an die Richtzeiten der Einheimischen heranzutasten. Am Samstag wurde der sogenannte Grosse Preis von Europa ausgetragen. Hierbei wurden die Alterskategorien weit ausgefächert, sodass viele Podestplätze zu vergeben waren. Auch die Schweizer konnten Erfolge verzeichnen: Albert Steffen vom SRC Grindelwald gewann vor Manfred Trieb aus der Steiermark und vor Reto Coldebella vom RF Geuensee die Masterklasse II. In der Masterklasse I wurde Michael Ammann vom SRCG Vierter vor René Steiger aus Geuensee. Diese Kategorie gewann Markus Trieb aus Österreich. In der Kategorie «Jugend II weiblich» wurde Seline Wyss vom SRC Grindelwald Vierte. Sie musste sich noch etwas aufs Podest gedulden; es gewann Ruby Carla Holland-Moritz vom WSV Unterammergau. Ben Coldebella, der in der Kategorie «Jugend II männlich» startete, kam kurz vor dem Ziel von der Strecke ab und landete in einem Wassergraben. Glücklicherweise ist der Unfall glimpflich verlaufen, sodass er am folgenden Tag wieder teilnehmen konnte und den 7. Platz des Ammergauer Alpencups erreichte. Tagesschnellste und Gewinner des GP waren der Südtiroler Fabian Brunner bei den Herren und Lisa Walch bei den Damen, die für Deutschland startet. Den Grossen Preis von Europa bei den Doppelsitzern gewann das Duo Fabian und Simon Achenrainer aus Tirol. Die Schweizer Paarung mit Albert Steffen und Reto Coldebella landete im Mittelfeld auf dem 5. Platz. Der Entscheid der Rennjury und der Veranstalter, die Rennläufe so zügig wie möglich durchzuführen, machte sich bezahlt, da es kurz nach Rennschluss heftig zu regnen begann.
Am Sonntag wurde die Europameisterschaft ausgetragen, für die sich die Erwachsenen am Vortag qualifizieren mussten. Nur die besten zehn Damen und fünfzehn Herren waren startberechtigt und nur zwei Schweizer konnten sich qualifizieren, nämlich Albert Steffen über die Zeit und Reto Coldebella über das Kontingent von mindestens zwei Fahrern, die für jede Nation am Finallauf teilnehmen dürfen. Gewisse Streckenpassagen sind vom Regen des Vortags etwas feucht geblieben, sodass nicht mehr ganz so schnelle Zeiten gefahren werden konnten. Europameister bei den Herren wurde Fabian Achenrainer vor dem Italiener Fabian Brunner und Manfred Trieb. Albert Steffen wurde als bester Schweizer Elfter. Den Europameistertitel bei den Damen gewann die Tirolerin Vanessa Stadler vor ihrer Landsfrau Riccarda Ruetz und Lisa Walch. Europameister im Doppel wurden Achenrainer/Achenrainer vor dem italienisch-deutschen Gespann Fabian Brunner/Simon Dietz und dem deutschen Überraschungs-Duo Niko Hörth/Michelle Armbruster vom Weissen Blitz Neusatz aus Baden-Württemberg. Steffen/Coldebella wurden abermals Fünfte. Erfreulich aus Schweizer Sicht war der zweite Platz von Seline Wyss in der Jugendkategorie II. Sie konnte Magdalena Enig aus Unterammergau und Emma Ruetz aus Tirol hinter sich lassen und musste sich nur der Siegerin vom Vortag, Ruby Carla Holland-Moritz, geschlagen geben.
Abgeschlossen wurde die EM mit dem Viewento-Teamwettbewerb. Wie immer wurde dieser im Modus einer Zeitschrankenstafette ausgetragen. Jedes Team zählte drei Rennfahrerinnen und Rennfahrer, wobei der Zieldurchlauf des ersten Fahrers das Öffnen der Schranke des zweiten Fahrers am Start auslöste und die Zieldurchfahrt des zweiten wiederum dem dritten den Start erlaubte. Den Teamwettbewerb gewann wenig überraschend Team Österreich 1 mit den Tirolern Paul Kuen, Andreas Födinger und Fabian Achenrainer. Den zweiten Platz erreichte Team Deutschland 2 mit Lisa Walch, Sarah Schiller und Simon Dietz vor Österreich 2 mit Riccarda Ruetz, Manfred Trieb und seinem Bruder Markus Trieb. Team Schweiz 1 mit Daniel Moser, Reto Coldebella und Albert Steffen wurde um nur eine Hundertstelsekunde von Team Deutschland 1 geschlagen und fuhr auf den 5. Platz.
Die Rollenrodel-Saison wird schon am kommenden Wochenende mit dem 5. und 6. Rodel Austria Cup-Doppelrennen in Obdach in der Steiermark ihren Abschluss finden.

Internationaler Rollenrodel Cup 2022 - Ried i.O.

Rennbericht Rollenrodeln Ried im Oberinntal 20./21. August 2022

23-AUG-2022 – Michael Ammann
 

Ried im Oberinntal, Tirol, war vergangenes Wochenende zum zweiten Mal Austragungsort von internationalen Rodel Austria Rollenrodel-Cuprennen. Der Ort liegt ganz in der Nähe der Schweizer Grenze, zwischen Scuol und Landeck. Die Rennstrecke war allerdings eine neue und lag etwas tiefer im Tal als jene von 2019. Sie umfasste drei Rechts-, zwei Linkskurven und eine Schikane. Die Asphaltqualität wechselte interessanterweise zwei- oder dreimal. Besonders die Links-rechts-links-Schikane bereitete dem einen oder anderen Rodler Schwierigkeiten. Vor allem die Schweizer Kinder und Jugendlichen bekundeten Mühe damit, sodass Podestplätze für einmal leider ausblieben.

Nichtsdestoweniger konnten einige erwachsene Schweizer Rennfahrerinnen und Rennfahrer Erfolge verbuchen. Der erste Renntag war zunächst von Regen geprägt, was den Grindelwaldern normalerweise jedoch ausgesprochen gelegen kommt. Dummerweise blieb die Strecke nur während des Trainingslaufs nass und trocknete bereits beim ersten Wertungslauf der Einsitzer wieder ab, sodass sehr schwierige gemischte Verhältnisse herrschten: Die Schuhsohlen, die für nasse Bedingungen getragen werden, bremsten auf trockenen Stellen viel zu stark, während Trockensohlen auf nassen Stellen fast gar nicht bremsten. Dementsprechend bestand für einige Athleten die Qual der Schuhwahl. Dieses Problem löste sich dann beim zweiten Rennlauf glücklicherweise von selbst, da die Sonne schien. 

Die Doppelsitzer hatten das Glück, bei nassen Bedingungen ihren Wertungslauf zu absolvieren. Der Grindelwalder Doppelsitzer mit Albert Steffen und Aimee Moat machte sich diesen Umstand zunutze und belegte den zweiten Platz hinter den Lokalmatadoren Fabian und Simon Achenrainer. Dritte wurden Paul Kuen und Andreas Spiss-Laurent, die ebenfalls aus Ried stammen. Der zweite Grindelwalder Doppelsitzer mit Daniel Moser und Silvano von Allmen wurde Vierter, der gemischte Doppelsitzer mit Reto Coldebella aus Geuensee und Chantal von Allmen aus Grindelwald wurde Fünfter. 

Bei den Einsitzern belegte Aimee Moat aus Reichenbach im Kiental, die für den SRC Grindelwald startet, den dritten Rang hinter Lisa Walch, die für Unterammergau in Deutschland startet, und Karin Thöni aus Tirol. In der Alterskategorie «Herren allgemein» wurde der Grindelwalder Daniel Moser hinter Fabian Achenrainer und Andreas Födinger aus Jenbach im Tirol Dritter. Albert Steffen wurde in der Herren-Masterklasse knapp Zweiter hinter Alfred Achenrainer aus Ried. Ihm fehlte nur eine einzige Hundertstelsekunde auf den Sieg. Dritter wurde Gerhard Zöhrer aus Ried.

Am Sonntag wiederholten Steffen/Moat bei trockener Strecke ihr Ergebnis vom Vortag. Abermals gewannen Achenrainer/Achenrainer. Dritte wurden diesmal Niko Hörth und Michelle Armbruster vom Team Weisser Blitz Neusatz aus Deutschland. Aimee Moat wurde hinter Lisa Walch Zweite in der Damenkategorie. Albert Steffen konnte sich in der Masterklasse revanchieren und gewann diese relativ deutlich vor Alfred Achenrainer. Dritter wurde diesmal Reto Coldebella vom RF Geuensee. 

Fabian Achenrainer hat beide Rennen über alle Herrenkategorien gewonnen. Am Sonntag wurde Albert Steffen hervorragender Gesamt-Zweiter. Bei den Damen war es Lisa Walch, welche die langwierige Dominanz von Riccarda Ruetz aus Tirol brechen konnte.

Als nächstes steht die Europameisterschaft an, welche Anfang September in Unterammergau in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen ausgetragen wird. 

 

Rollenrodel Schweizer Meisterschaft 2022 - Frutigen

Rennbericht Rollenrodel-Schweizer-Meisterschaft Frutigen 14.AUG.2022

16-AUG-2022 – Michael Ammann

Zum zweiten Mal nach 2018 hat der Verein Seifenkistenrennen Frutigen die Rollenrodler für die Austragung ihrer Schweizermeisterschaft zu sich eingeladen. Athletinnen und Athleten aus Grindelwald, Reichenbach und Geuensee im Kanton Luzern sind am Sonntag angereist, um den Zuschauern die ganze Bandbreite an Möglichkeiten zu zeigen, mithilfe der blossen Schwerkraft auf Rollen und Rädern eine Bergstrasse herunterzubrausen. Nebst den Seifenkisten-Piloten, welche am Samstag und Sonntag ein Einheimischen- bzw. Swiss Cuprennen austrugen, und Rodlern waren auch Skeleton-Fahrer am Start, welche im Gegensatz zu den Rodlern mit dem Kopf voran ihre Disziplin bestreiten. 

Die Strecke auf dem Hasli in Frutigen ist kurvenreich und wegen des rutschigen Asphalts mit grobkörnigem, glattem Gestein etwas heimtückisch, zumindest für die Rollenrodler, die neueren, griffigen Asphalt gewohnt sind. So kam es, dass der eine oder andere Rodler ins Driften geriet und die Strohsäcke touchierte, insbesondere in der Kurve beim Festzelt, vor der man nach einer Speed-Passage herunterbremsen musste, um sie sauber zu erwischen. Etliche Seifenkistenfahrer sind an dieser Stelle gestrauchelt und haben die Strohsäcke abgeräumt oder eine ganze Drehung hingelegt. Sie waren tendenziell auch schneller unterwegs als die Rodler, da ihre Gummi-Pneus für etwas mehr Grip sorgten.

Zu den Ergebnissen der Rollenrodel-Schweizermeisterschaft der Einsitzer nach zwei Rennläufen: In der Kategorie «Jugend weiblich» wurde die Grindelwalderin Seline Wyss Erste vor Lea Coldebella vom RF Geuensee. Bei den Burschen derselben Altersklassen gewann Colin Steiger aus Geuensee vor seinem Teamkameraden Ben Coldebella, welcher in der berüchtigten «Versorgungskurve» beim Festzelt in die Strohsäcke fuhr und zum Stehen kam. Chantal von Allmen vom SRC Grindelwald gewann die Juniorinnen-Kategorie konkurrenzlos. Ihr Bruder Silvano tat es ihr gleich und gewann konkurrenzlos die Junioren-Kategorie. In der Altersklasse «Herren allgemein» wurde der Grindelwalder Jérôme Almer Erster vor Simon Almer. Der Routinier Albert Almer gewann konkurrenzlos die Alterskategorie III. Die Alterskategorien I und II wurden zusammengenommen: Dort wurde Albert Steffen aus Grindelwald Erster vor Reto Coldebella aus Geuensee und Michael Ammann aus Grindelwald. Die Brüder René und Christoph Steiger aus Geuensee wurden Vierte und Fünfte. Aimee Moat aus Reichenbach, die für den SRC Grindelwald startet, gewann in der Damenkategorie und wurde Schweizermeisterin. Seline Wyss war dabei zwar schneller als Moat, darf jedoch aufgrund ihres jungen Alters gemäss Reglement den Titel «Schweizermeisterin» nicht führen. Schweizermeister über alle Kategorien wurde Albert Steffen, Vize-Schweizermeister Reto Coldebella.

Drei Doppelsitzerpaare teilten die Podestplätze unter sich auf: Schweizermeister wurde Albert Steffen mit seiner Partnerin Aimee Moat vor der Geuenseer-Grindelwalder Paarung Reto Coldebella/Chantal von Allmen und dem Grindelwalder Doppelsitzer Jérôme Almer/Silvano von Allmen.

Die Veranstalter und Teilnehmer hatten Wetterglück. Es blieb trocken, bewölkt und angenehm warm. Erstaunlicherweise kam trotz der vielen spektakulären Abflüge niemand zu Schaden, weder bei den Rodlern noch bei den Seifenkistenfahrern. Die Rollenrodler werden die Einladung des Vereins Seifenkistenrennen Frutigen auch für zukünftige Schweizermeisterschaften gerne annehmen.

Internationaler Rollenrodel Cup 2022 - Imsterberg

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Rennbericht Rollenrodeln Imsterberg 2./3. Juli 2022

05-JUL-2022 – Michael Ammann

Die Österreicher nennen es Kaiserwetter. Bei warmen Temperaturen, viel Sonnenschein und nur leichter Bewölkung wurde in Imsterberg in Tirol die Rollenrodelsaison 2022 eröffnet. Athletinnen und Athleten aus fünf Nationen waren angereist, einzig die Slowenen fehlten zum Auftaktrennen komplett. Zum ersten Mal seit drei Jahren galten keinerlei Einschränkungen mehr hinsichtlich der Covid-Pandemie. Imsterberg ist seit fünf Jahren jeweils im Juli fester Bestandteil des Rodel Austria Rollenrodel-Cups. Die Strecke ist eine sehr breite asphaltierte Bergstrasse mit vier Kurven und drei recht langen Geraden. Sie ist technisch weniger anspruchsvoll als andere Strecken, aber dafür auch etwas schneller. Und obwohl sie keine Fehler verzeiht, ist sie für Einsteiger hervorragend geeignet. Insgesamt nahmen 14 Schweizer Athletinnen und Athleten aus drei Rodelclubs teil, davon sieben vom SRC Grindelwald. Neu ist Aimee Moat zum SRC Grindelwald gestossen. Sie ist die Tochter von Kevin Moat aus Reichenbach, der bereits in der vergangenen Rodel-Wintersaison einige Erfolge verbuchen konnte. Gemeinsam mit Albert Steffen bildet Aimee Moat ein Doppelsitzergespann, das zu den beiden Auftaktrennen zweimal einen 2. Platz herausfahren konnte. Steffen/Moat mussten sich lediglich den Cousins Fabian und Simon Achenrainer aus Tirol geschlagen geben, welche bereits in den Jahren zuvor die Doppelsitzerkategorie dominierten. Dritte wurden beide Male Niko Hörth und Michelle Armbruster vom Weissen Blitz Neusatz aus Deutschland. Der zweite Grindelwalder Doppelsitzer mit Daniel Moser und Jérôme Almer wurde zweimal Vierter. 

Albert Steffens Tochter Seline Wyss wurde am Samstag in der Kategorie «Jugend weiblich» Erste vor den Tirolerinnen Alina Schaffenrath und Emma Ruetz. Am zweiten Renntag konnte sich Schaffenrath vor Wyss und Ruetz auf den ersten Platz setzen. Auch in den kommenden Rennen sind spannende Duelle zwischen Wyss und Schaffenrath zu erwarten. Bei den «Damen allgemein» wurde Aimee Moat vor Judit Kräuchi vom RT Calanca Zweite. Erste wurde die Deutsche Lisa Walch. Am Sonntag verzichtete Judit Kräuchi auf einen Start, sodass die Tirolerin Karin Thöni hinter Walch und Moat Dritte wurde. In der Herren-Masterklasse belegte Albert Steffen vor den Österreichern Alfred Achenrainer und Johann Grasch den ersten Platz. Reto Coldebella vom RF Geuensee und Michael Ammann vom SRC Grindelwald belegten zweimal den 4.  bzw. 5. Platz in der Masterklasse. Steffen wurde am Samstag über alle Kategorien Sechster. Bei den «Herren allgemein» belegte Jérôme Almer am Samstag den 5. und am Sonntag den 4. Platz. In der Kategorie «Jugend männlich» wurde Ben Coldebella vom RF Geuensee zweimal guter Fünfter. 

Steffen gewann am Sonntag die Masterklasse erneut und konnte sich über alle Herren-Kategorien auf den 4. Gesamtrang verbessern. Beide Rennen gewann der Tiroler Fabian Achenrainer vor dem Südtiroler Fabian Brunner. Bei den Damen gewann zweimal die Tirolerin Riccarda Ruetz. 

Die Saison wird am 20./21. August in Ried im Oberinntal in Tirol fortgesetzt. 

Sportrodel Schweizer Meisterschaft 2022 - Grindelwald

Schweizer Meister aller Klassen 2022: Albert Steffen & Judit Kräuchi

Swiss-Cup Finale 2022